"Gottschalks Vereinheimbesuch" bei den Mittelsinner Schützen

23. Juli 2018

Mit meiner Reihe „Gottschalks Vereinsheimbesuch“ war ich Mitte Juli zu Gast beim Schützenverein 1980 Mittelsinn e. V., der im Schützengau Würzburg aktiv ist. Dabei bekam ich interessante Eindrücke vom Vereinsleben, den zahlreichen Angeboten und dem Trainingsablauf der Jugend- und Erwachsenen-Mannschaft. Und durfte natürlich auch selbst „ran“!

"Gottschalks Vereinsheimbesuch" bei den Mittelsinner Schützen
Nach nur zwei Jahren Training schon Schützenkönig: Der 16-jährige Tom Gärtner mit SPD-Landtagskandidat Sven Gottschalk bei „Gottschalks Vereinsheimbesuch“ beim Schützenverein 1980 Mittelsinn.

Der 1980 gegründete Verein bietet seinen Mitgliedern die Möglichkeit, mit dem Blasrohr, der Luftpistole, dem Luftgewehr und dem Bogen zu schießen. Zudem wird auch die Tradition der Böller-Schützen gewahrt und sogar eine eigene Kanone hat der Verein in seinem Besitz.

Sehr gefreut hat mich die positive Entwicklung der Jugendabteilung. Jugendwart Florian Schönmeier erzählte mir mit großem Stolz über den großen Mitgliederzuwachs: 40 Jugendliche und 14 Schüler sind im Verein aktiv.

Die Investition von fast 25.000 Euro in eine elektronische Schießanlage habe sich gelohnt, so Schönmeier. Aber das alleine ist sicher nicht der Schlüssel zum Erfolg. Vielmehr trägt die hervorragende Betreuung der Kinder und Jugendlichen durch die vielen ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter dazu bei, die Jugendlichen an den Verein zu binden und Vertrauen bei den Eltern zu schaffen.

Bessere Konzentration in der Schule

Nicht die Waffe, sondern Körper und Geist stehen im Vordergrund bei der Schützenausbildung. Das habe ich gelernt. Und: Das führt auch dazu, so berichten Eltern dem Jugendwart, dass sich ihre Kinder in der Schule besser konzentrieren können.

Die große Nachwuchshoffnung des Vereins am Luftgewehr ist der 16-jährige Tom Gärnter, der erst seit zwei Jahren aktiv schießt und schon jetzt amtierender Schützenkönig und Vereinsmeister ist. Im Gespräch mit ihm ging es auch um die Ausrüstung eines Schützen. „2.500 Euro sind da ganz schnell mal weg. Vor allem wenn man noch eine spezielle Schießbrille braucht wie ich“, so Gärtner.

Ja, Schießen sei kein billiger Sport, erklärte auch der Vorsitzende des Vereins, Dirk Schiefer. Deswegen hält der Verein Gewehre für neue Interessierte vor. Die Jugendlichen müssen auch im ersten Jahr keinen Mitgliedsbeitrag bezahlen, um unverbindlich in die neue Sportart und den Verein reinschnuppern zu können.

Vereinsheimbesuch Mittelsinn

Als ich nach der Finanzierung des Schießbetriebs fragte, antwortete Schiefer, dass es ohne Feste und das damit verbundene ehrenamtliche Engagement der Mitglieder nicht möglich wäre, den Vereinsbetrieb so zu ermöglichen. „Von Beginn an, also seit Errichtung des Vereinsheimes, das nach fast 30 Jahren nun den einen oder anderen Sanierungsbedarf hat, wird hier fast alles in ehrenamtlicher Eigenleistung gestemmt“, so Schiefer stolz. Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse, wie beispielsweise die Sportförderung des Landkreises Main-Spessart, reichten dafür nicht aus.

Dass eine zusätzliche Förderung des Vereins ausgeschlagen wurde, weil es dem Verein zu gut ginge, dafür habe ich kein Verständnis. Es darf nicht sein, dass auf diese Art und Weise ehrenamtliches Engagement quasi bestraft wird!

Engagement nicht bestrafen!

Natürlich wollte ich auch selbst mal probieren, wie treffsicher ich bin. Und so versuchte ich es zuerst am Blasrohr. Nach einer kurzen Einweisung durch den Sportleiter des Vereins, Dietmar Knöll, gab ich jeweils zwei Schuss auf die kurze und weitere Entfernung ab. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Ohne vorheriges Üben landete der jeweils zweite Pfeil bei beiden Entfernungen nahe der 10.

Auf dem Außengelände stellte Volker Spiegel seine selbst gebauten Blasrohre und Pfeile vor und erzählte dabei von den vielen Disziplinen, die es mittlerweile im Blasrohrschießen gibt. Am Luftgewehr sah es dann nicht ganz so gut für mich aus. Auch die perfekte Einweisung von Jugendwart Florian Schönmeier in Stand, Haltung, Atmung uns Schießrhythmus halfen nicht, an diesem Tag einen Volltreffer zu erzielen. Ist doch etwas anderes, als am Volksfest ein paar Röhrchen abzuschießen ...

Zum Schluss bedankte ich mich für die interessanten Einblicke und stellvertretend bei den anwesenden Mitgliedern für das großartige Engagement aller. Auch die vorgebrachten Sorgen der Menschen im Sinngrund in den Bereichen Ärztemangel, Internetausbau, Nahverkehr und generelle Versorgung vor Ort nehme ich gerne auf. Und ich verspreche: Ich kümmere mich darum, wenn ich ab Oktober Main-Spessart im Landtag vertreten darf.

Mehr Informationen für Interessierte gibt es auf der Homepage des Vereins: www.schuetzenverein1980-mittelsinn.de

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